Joachim Wabbels

Freier Journalist für Camping- u. Stellplätze, Reisemobile und Campingzubehör, Lokales

 

Rochus irrt sich -  und jetzt haben wir die Eulen

Wie die Friesenheimer den Uznamen „Eulen“ bekamen

von Joachim Wabbels

 

Das Rochusdenkmal vor der Pauluskirche in Ludwigshafen-Friesenheim stellt die Sage vom Rochus dar, der vor über 100Jahren nachts etwas trunken von guten Wein durch Friesenheim nach Hause lief und oben auf dem Kirchturm etwas funkeln sah. „Feurio“ rief er nun, machte den ganzen Ort wach und als die Feuerwehr mit Leitern auf den Turm stieg, flogennur ein paar Eulen fort.  Die ganze Stadt lachte über die Friesenheimer und nannte sie fortan die Eulen.

1984  beauftragte der Friesenheimer Stadtteilverein unter Federführung seines Vorsitzenden  Josef Keller den Ludwigshafener Bildhauer Hans-Günther Thiele das Denkmal aus Sandstein zu erschaffen. Viele Friesenheimer Bürger, Vereine und Gewerbetreibende spendeten für den Bau und die Namen der Spender wurden auf dem Sockel eingemeißelt,  der prominenteste Bundeskanzler:Dr. Helmut Kohl.

Jahrelang wurden von den Grundschülern der Luitpoldschule Eulen gebastelt, von denen die schönste dann an der Eulenkerwe auf den Kirchturm getragen wurde. Unten auf dem Vorplatz der Pauluskirche begann nun das Eulenschauspiel: Rochus erschien mit der Weinflasche, blickte zum Kirchturm hinauf, sah die Augen der Eulen funkeln und rief: „Feurio, Feurio“! Nun setzte sich die Drehleiter der Ludwigshafener Feuerwehr mit Tatütata in Bewegung und kam die Luitpoldstrasse hinaufgefahren, hielt vor der Kirche und die Feuerwehrleute stiegen mit der Leiter zum Kirchturm hinauf. Kurz bevor sie oben waren, sauste die Eule an einem Drahtseil zum Rathaus hinüber. Klammheimlich verschwand nun der Rochus in der Menge und da es nichts zu löschen gab, konnte die Feuerwehr jetzt wenigstens ihren Durst löschen. Die Kinder, die die Siegereule gebastelt hatten, erhielten nun ihre Preise. 

Der Rochus zeigt über die Schulter auf den Kirchturm.  Die Rochusgeschichte ist im Mittelteil des Denkmalsals Relief  dargestellt.

 So bekamen wir Friesenheimer den Uznamen „Die Eulen“, der sich bis heute im Stadtteil  wiederfindet, z. b. in Beinamen eines Sportvereins  „Die Eulen“ oder als  Eulenkerwe, dem Eulentaler  und ein Mitglied der Karnevalsgesellschaft„Die Eulen“ wurde die „weisse Eule“ genannt. Wenn  man durch den Stadtteil geht, sieht man an vielen Häusern die Eule sitzen, auf Mauern, an Hauswänden oder auch alsBriefkasten.

 

Foto: Joachim Wabbels

Rochus zeigt auf den Kirchturm, auf dem er die Eulen für Feuer hielt.

 

 

Foto: Joachim Wabbels